
Beth Hart @ Z7 Summer Nights Open Air, Pratteln 2026
Event 23. Juli 2026
Bereits auf dem Parkplatz wurde deutlich, dass das Konzert restlos ausverkauft war. Das Wetter konnte besser nicht sein, das Z7-Publikum fand sich in bester Stimmung auf dem Platz vor der Halle ein. Wie immer wurde man von der sehr freundlichen Security begrüsst und auf das Gelände gelassen.
Den Abend eröffneten Dan Mudd feat. Bearbeat, ein Blues Duo aus der Schweiz. Und nicht irgendein Blues Act. Als Sieger der Swiss Blues Challenge 2024 vertraten sie die Schweiz an der European Blues Challenge in Braga (Portugal) und setzten sich dort in der Kategorie Solo/Duo gegen Teilnehmer aus 21 europäischen Ländern durch. Wenige Monate später folgte mit dem Blues Music Award Switzerland 2025 die nächste Auszeichnung.
Der Sänger und Gitarrist Dan Mudd sowie der Perkussionist Dominik Liechti hatten das Publikum vom ersten Ton an für sich gewonnen. Dans markante Stimme passte perfekt zu den mal rauen, mal sanften Blues-Kompositionen und überzeugte ebenso bei den Ausflügen in andere Genres. Sein facettenreiches Gitarrenspiel setzte dabei zusätzliche Akzente und unterstrich die musikalische Vielfalt des Duos auf eindrucksvolle Weise. Die Hommage an Led Zeppelin entwickelte sich schliesslich zu einem der Höhepunkte des Auftritts.
Das kreative Cajón-Spiel von Dominik verlieh dem Gesamtsound seinen rhythmischen Rahmen und bereicherte die Songs um Tiefe und Ausdruckskraft. Beiden Musikern war jede Sekunde anzumerken, wie sehr sie den Abend genossen haben und welche Freude ihnen der Auftritt bereitete. Diese Begeisterung übertrug sich unmittelbar auf das Publikum, das den Auftritt von der ersten bis zur letzten Minute aufmerksam und begeistert verfolgte.
Dan Mudd feat. Bearbeat hatten die Besucher der Summer Night optimal auf den Auftritt von Beth Hart eingestimmt.
Konzerte von Beth Hart sind immer etwas Besonderes – das zeigte sich auch an diesem Abend. Man hatte das Gefühl, dass die Frau auf der Bühne abseits des Rampenlichts genau derselbe Mensch ist. Ihre Authentizität und ihre natürliche Art im Umgang mit dem Publikum machen jeden Auftritt zu einem sehr persönlichen Erlebnis. Dass sie unmittelbar nach Betreten der Bühne die Schuhe auszog und auch zur Zugabe barfuss zurückkehrte, passte perfekt zu dieser Ungezwungenheit.
Auf der Bühne sprach sie offen über ihre Dämonen, über Tränen und Ängste sowie darüber, wie sehr ihre Band inzwischen zu einer Familie geworden sei, die sie trägt und beschützt. Ihr Ehemann begleitete die Tour und kam nach Beths Schilderung, wie sehr sie sich immer auf ihn verlassen kann, für einen kurzen Kuss auf die Bühne.
Beth Hart betrat die Bühne allein, und eröffnete das Konzert nach einer kurzen Begrüssung sowie einigen Gedanken zur aktuellen Weltlage am Piano und ohne Begleitmusiker. Die beinahe ehrfürchtige Stille, mit der ihr das Publikum folgte, liess bereits erahnen, welche Richtung der Abend nehmen würde. Ihre Stimme stand dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Nach einigen Songs kam Gitarrist Jon Nichols auf die Bühne, und gemeinsam präsentierten sie weitere Stücke in reduzierter, akustischer Besetzung. Nach und nach stiessen mit Bassist Tom Lilly und Schlagzeuger Bill Ransom die übrigen Bandmitglieder dazu, bis schliesslich die komplette Formation auf der Bühne stand.
Beth Hart bewegte sich mühelos zwischen leisen, zerbrechlichen Momenten und kraftvollen Ausbrüchen. Mit unglaublicher Präsenz präsentierte sie ihre Songs sitzend, stehend oder sogar liegend. Dabei standen bekannte Klassiker ebenso auf der Setlist wie Titel ihres aktuellen Albums You Still Got Me sowie einige ausgewählte Coverversionen.
Immer wieder suchte sie den direkten Kontakt zum Publikum und bat sogar darum, die Besucher etwas auszuleuchten, damit sie sie besser sehen konnte. Das schuf eine aussergewöhnlich intime und persönliche Atmosphäre.
Die Band vermittelte genau den Eindruck, den Beth Hart eingangs beschrieben hatte: eine Familie, die ihr auf der Bühne den nötigen Rückhalt gibt, um spontan ihren Gefühlen zu folgen, selbst wenn dies eine kurzfristige Änderung der Setlist bedeutet.
Das Publikum dankte es ihr mit voller Aufmerksamkeit und begeistertem Applaus. Ohne grosse Showeffekte, dafür mit viel Authentizität, Gefühl und musikalischer Klasse zeigte Beth Hart einmal mehr, weshalb sie zu den herausragendsten Stimmen des modernen Blues und Rock gehört.
Wer an diesem Abend dabei war, durfte ein Konzert erleben, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Das Z7 hat einmal mehr bewiesen, weshalb Pratteln seit Jahren einen festen Platz auf den Tourplänen internationaler Topacts einnimmt. Dass solche Weltstars regelmässig den Weg ins Baselbiet finden, ist alles andere als selbstverständlich und macht das Z7 zu einer der bemerkenswertesten Konzertlocations des Landes.




